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Filmvorführung: „Die Zeit die bleibt“

von Lew Hohmann (1985)

Die zeit die bleibt letterbox

Veranstaltungsort:

Breitscheidstraße 43b
Bernau b. Berlin, 16321
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Beginnt am:

Juni 4 @ 18:00 20:30

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Filmvorführung „Die Zeit die bleibt“ (Lew Hohmann, 1985)

Drei Jahre nach Konrad Wolfs Tod unternehmen einige Mitarbeiter eine (Zeit-) Reise zu den Stationen seines Lebens, holen Freunde und Weggefährten vor die Kamera.

Der Film beginnt in Peredelkino, ein Wiedersehen Konrad Wolfs nach Jahrzehnten mit der unvergessenen Welt der Kindheit in seiner zweiten Heimat, der Sowjetunion. Nicht weit von Moskau steht noch immer das einstige Sommerhaus der Familie des emigrierten Dichters Friedrich Wolf. Sein Sohn Konrad machte im Oktober 1981, kurz vor seinem Tode, dort noch einmal einen Besuch. Einen großen Teil des Films nehmen Bilder und Erzählungen über die Eltern Konrad Wolfs, seine Kindheit in Deutschland und die Flucht in die Emigration, über Frankreich in die Sowjetunion, ein. Der Besuch im Oktober 1981 ist auch ein Rückblick auf seine Kindheit, er erinnert sich der Freundschaft dreier Jungen, die über ein Leben hinweg für alle drei von Bedeutung geblieben war, obwohl sie, in alle Welt verschlagen, unterschiedliche Wege, auch im Denken, gingen. Die „Troika“, wie sich die Gruppe nannte, fand nach Jahrzehnten wieder Kontakt zueinander, obwohl die Lebensumstände die Freunde voneinander entfernt hat.
Ausführlich wird Konrad Wolfs Tätigkeit in der Roten Armee dokumentiert. Zitiert werden die ersten Kriegseindrücke im Dorf Karbadinka, beigefügt werden wunderschöne, friedvolle Aufnahmen des Ortes am Meer von heute, als beschwörende Ergänzung.
Dann ist zu verfolgen, wie er, nach seinem Studium an der Filmhochschule in Moskau, in der DDR die Entwicklung einer sozialistischen Filmkunst wesentlich mitbestimmte. Szenen aus vielen seiner erfolgreichen Arbeiten stehen als Beispiel dafür. Eine Fülle von Aussagen wird eingeholt, zu Wort kommen Angel Wagenstein, der mit Konrad Wolf befreundet war und mehrere Filme mit ihm gemacht hat, Kurt Böwe erzählt von den Erlebnissen bei den Dreharbeiten zu „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“, der Kameramann Werner Bergmann erinnert sich an die vielen gemeinsamen Filme. Der Bildhauer Wieland Förster erinnerte sich daran, wie uneitel und hilfsbereit Konrad Wolf als Präsident der Akademie der Künste der DDR war. Der Germanist Wladimir Gall erzählte von der gemeinsamen Zeit während des Zweiten Weltkriegs und bei der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Halle (Saale).
Durch den ganzen Film zieht sich die Feststellung aller Beteiligten, wie ehrlich und treu Konrad Wolf in allen Belangen des Lebens war.
Der Film liefert ein vielschichtiges Porträt, das wegen einiger Bilder aus der Stalin-Ära und Erinnerungen an die Zeit der »Säuberungen« auf Vorbehalte seitens des DDR-Fernsehens stieß. Nur dank der konsequenten Haltung von Wolfs Bruder Markus ist der Film in seiner ursprünglichen Form erhalten.

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